Mopedtrip 3 (Amsterdam-Emden-Bremerhaven)

Kaum einen Fuß auf niederländischen Boden gesetzt, nehmen wir die Füße auch schon wieder hoch, um alle Gänge unserer Maschinen durchzuschalten und mit Mach öh.. 0,1 (ca. 123 km/h) auf der holländischen A7 Richtung IJsselmeerdeich zu heizen. Die Sonne scheint und der Verkehr hält sich in Grenzen.
Das Wetter wird mit jedem Kilometer, den wir uns der Küste nähern, windiger und kühler. Meine Einschätzung als Windenergie-Experte: Verwunderlich.
Wie sich herausstellte, entsprach der IJsselmeerdeich exakt meinen Vorstellungen: Lange, gerade Autobahn. Eine Seite Deich. Zwei Seiten Wasser. In der Mitte ein wenig frequentierter Aussichtsparkplatz.
Wir steigen kurz ab, um uns umzusehen. Die frische Seeluft pustet uns ins Gesicht. Auf der anderen Uferseite flimmern bereits Haus- und Landschaftsfragmente zwischen Wasser und Himmel. Da wollen wir hin.

Unterwegs treffen wir einen anderen Motorrad-Enthusiasten. Er sieht in seiner grünlichen Ledermontur und Fliegerbrille ein wenig aus, wie in den 50ern hängengeblieben. Ein olivfarbener Seesack auf dem Gepäckträger rundet das Gesamtbild stimmig ab. Kurz bevor er auf einen Autobahnparkplatz abbiegt, strecken wir heroisch die Fäuste nach oben und feiern uns gegenseitig. Cooler Dude.
Als wir gegen 21 Uhr endlich in Emden ankommen, sind die Hände von der kühlen Abendluft steif gefroren. Es emfängt uns Lina, erneut eine Freundin von Robert. Wir erkunden den gemütlichen Stadtkern Emdens, essen gut und schlafen besser. 13 Stunden reine Fahrzeit (Bus und Bike) haben dem Körper alles abverlangt.

Der nächste Morgen startet mit knusprigen Aufbackbrötchen und starkem Kaffee. Am letzten Tag unserer Reise hat meine Perle keine Lust mehr anzuspringen. Ich trete und trete. Nichts passiert. Abgesoffen. Obwohl die alte Zündkerze durchaus noch funktioniert, schraube ich eine neue rein. Nach einigen Versuchen blubbert die alte Dame etwas widerwillig los. Sofort tritt ein mürrischer Anwohner an uns heran und bittet uns, die Motorräder abzustellen, da es nach Benzin riecht.
„Entschuldigen Sie, wir fahren gleich los“, sagte mein Mund, während mein Kopf meinen Händen befiehlt, den Mann heftig an den Schultern zu schütteln.
Heute wird Landstraße gefahren. Kein Zeitdruck. Also sausen wir nochmal mit der vollen Kraft fossiler Brennstoffe über norddeutsche Dörfer nach Nordenham. Endlich Kurven, endlich Schräglage! Dazu perfektes Wetter. Wir setzen mit der Weserfähre nach Bremerhaven über und schaffen es unfallfrei und trotz der Strapazen erstaunlich erholt nach Hause!

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2 Gedanken zu “Mopedtrip 3 (Amsterdam-Emden-Bremerhaven)

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